Riester-Rente


Riester-Rente

Der Staat fördert Ihre Eigenvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen

Außer den staatlichen Zulagen können Sie auch noch eine steuerliche Förderung nutzen, indem Sie die Beiträge und Zulagen für die Riester-Rente in der Steuererklärung als Sonderausgaben
geltend machen.

Förderberechtigt sind Sie, wenn Sie

  • angestellt und in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.
  • von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind, weil Sie einen Anspruch auf eine beamtenähnliche Versorgung haben.
  • geringfügig beschäftigt und gesetzlich rentenversichert (inklusive Arbeitnehmeranteil) sind.
  • unmittelbar zulagenberechtigt sind.

Der Staat zahlt Ihnen hierbei  

  • 175 Euro Grundzulage.
  • 185 Euro Kindergeldzulage für jedes Kind, das bis 2007 geboren wurde und für das Sie Kindergeld beziehen.
  • 300 Euro Kindergeldzulage für jedes Kind, das nach 2007 geboren wurde und für das Sie Kindergeld beziehen.
  • 200 Euro einmaligen Bonus für Berufseinsteiger vor dem 25. Lebensjahr.

Beispielrechnung zur Riester-Rente

Verheiratet, ein Kind vor 2008, ein Kind ab 2008 Keine Kinder
Steuerpflichtiges Einkommen                   15.000 € 30.000 €
Sparleistung (4 %) 600 € 1.200 €
abzüglich 1 x Grundzulage 175 € 175 €
abzüglich 1 x Kinderzulage 185 € 0 €
(Geburt vor 2008)
abzüglich 1 x Kinderzulage 300 € 0 €
(Geburt ab 2008)
Förderung 660 € 175 €
Eigenbetrag 60 € 1.025 €

Sonderausgabenabzug bis maximal 2.100 Euro pro Jahr möglich.

Das sollten Sie beachten

Auch Riester geförderte Betriebsrenten sind im Rentenfall voll zu versteuerndes Einkommen. Mit Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) zum 1. Januar 2018 entfällt bei der betrieblichen Riester-Rente jedoch die Beitragspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Damit werden die privaten und betrieblichen Riester-Verträge diesbezüglich gleichgestellt.

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Steuerliche Förderung bei der Riester-Rente

Eigenbeiträge und Zulagen sind Sonderausgaben. In Ihrer Steuererklärung können Sie diese Sonderausgaben bis zu einer Höhe von 2.100 Euro geltend machen. Die hierfür erforderlichen Daten übermitteln wir für Sie an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). Dazu benötigen wir Ihre Einwilligung. Liegt uns bereits ein Dauerzulagenantrag vor, gilt die Einwilligung automatisch als erteilt. Die ZfA leitet die Daten an Ihr Finanzamt weiter. Es prüft, ob der Sonderausgabenabzug für Sie günstiger ist als die Zulagen. Übersteigt der Steuervorteil die Zulagen, erstattet das Finanzamt Ihnen die Differenz. 

Beispielberechnung zur steuerlichen Förderung

Beispiel 1: Alleinstehend, kein Kind

Vorjahres-einkommen  Eigen-beitrag  Grund-zulage  Kinder-zulage  Sparbetrag insgesamt  Zusätzliche Steuerer-sparnis
5.000,00 € 60,00 € 175,00 € 0 € 235,00 € 0 €
20.000,00 € 625,00 € 175,00 € 0 € 800,00 € 57,11 €
35.000,00 € 1.225,00 € 175,00 € 0 € 1.400,00 € 228,04 €
50.000,00 € 1.825,00 € 175,00 € 0 € 2.000,00 € 503,99 €

Beispiel 2: Verheiratet, ein Kind geboren bis 2007, ein Kind geboren ab 2008

Vorjahres-einkommen  Eigen-beitrag  Grund-zulage  Kinder-zulage  Sparbetrag insgesamt  Zusätzliche Steuerer-sparnis
5.000,00 € 60,00 € 175,00 € 485,00 € 720,00 € 0 €
20.000,00 € 140,00 € 175,00 € 485,00 € 800,00 € 0 €
35.000,00 € 740,00 € 175,00 € 485,00 € 1.400,00 € 0 €
50.000,00 € 1.340,00 € 175,00 € 485,00 € 2.000,00 € 0 €

Eine geförderte Riester-Rente ist voll steuerpflichtiges Einkommen.



Häufige Fragen zur Riester-Rente

Keinen Anspruch auf die Riester-Förderung haben

  • Personen, die in einer berufsständischen Versorgung versichert sind (zum Beispiel Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte);
  • Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig versichert sind;
  • Rentner und
  • geringfügig Beschäftigte, die neben dem Arbeitgeberanteil keinen Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten. 

Ändern sich die persönlichen Verhältnisse des Versicherten, so ist der Beitrag in den Riester-Vertrag ggf. anzupassen. Dazu gehören zum Beispiel das Einkommen und die Anzahl der zulagenberechtigten Kinder. Nur wenn alle relevanten Änderungen sofort mitgeteilt werden, kann der Versicherte die optimale staatliche Förderung erhalten. Gleichzeitig wird so eine Rückforderung der zu viel gezahlten Zulagen von der Zulagenstelle für Altersvermögen vermieden. Den Vordruck für die Beitragsänderung erhalten die Versicherten jährlich von der KZVK.

Ja, bei Riester-Zulagen sind Fristen zu beachten. Der Antrag sollte spätestens zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach dem Beitragsjahr bei der KZVK eingereicht sein. Der Zulagenantrag für 2016 ist beispielsweise spätestens bis zum 31. Dezember 2018 zu stellen. Der für 2017 bis spätestens 31. Dezember 2019. Der Antrag für 2018 kann bis spätestens 31. Dezember 2020 eingereicht werden.

Beiträge und Zulagen können in der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Damit wird die Einkommensteuer vermindert.

Die Beiträge werden von der KZVK elektronisch an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) gemeldet. Dazu benötigt die KZVK die schriftliche Einwilligung des Versicherten. Falls ein Dauerzulagenantrag gestellt wurde, gilt die Einwilligung automatisch als erteilt. Die ZfA leitet die Angaben zu den Beiträgen und Zulagen an das zuständige Finanzamt weiter. Der Sonderausgabenabzug wird mit dem Formular „Anlage AV der Einkommensteuererklärung“ beantragt. Das Finanzamt prüft grundsätzlich, ob im jeweiligen Fall die Zulagen oder die Steuerersparnis günstiger sind.

Mit Zulagen und Steuervorteilen fördert der Staat den Aufbau der zusätzlichen Altersversorgung. Wird das eingezahlte Kapital für andere Zwecke verwendet, liegt eine schädliche Verwendung vor. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn

  • eine Auszahlung von mehr als 30 Prozent des eingezahlten Kapitals aus dem Riester-Vertrag erfolgt. Die Satzung der KZVK sieht Kapitalauszahlungen jedoch nicht vor. Ausgenommen hiervon sind die Abfindungen von Kleinbetragsrenten. Diese gelten nicht als schädliche Verwendung.
  • Zulagenberechtigte oder Rentner in ein Land außerhalb der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftraumes umziehen.

Im Falle einer schädlichen Verwendung werden sowohl die Zulagen als auch die Steuervorteile von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen zurückgefordert.