14.05.2014

Steuerrechtliche Behandlung von Beiträgen im ersten und zweiten Beschäftigungsverhältnis

Nach § 3 Nr. 63 EStG können Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (2014: 2.856 €) steuerfrei bei der Kasse eingezahlt werden. § 3 Nr. 63 EStG sieht die Steuerfreiheit jedoch nur dann vor, sofern die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung aus dem "ersten Dienstverhältnis" stammen. Das Steuerrecht spricht immer dann von einem "Dienstverhältnis", wenn eine Person "in einem öffentlichen oder privaten Dienst" angestellt oder beschäftigt ist. Die Person muss aus diesem Dienstverhältnis Arbeitslohn beziehen (§ 1 LStDV).

Demnach sind auch bei der Beurteilung, ob es sich um das erste oder zweite Beschäftigungsverhältnis handelt, vom Arbeitgeber alle bestehenden Beschäftigungsverhältnisse heranzuziehen. Dazu gehören sowohl Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen und kirchlich-caritativen Dienst als auch solche in der Privatwirtschaft.

Beispiel: Es besteht eine Hauptbeschäftigung bei einem privaten Arbeitgeber (Steuerklasse I-V) und daneben eine weitere Beschäftigung bei einer kirchlich-caritativen Einrichtung. Die steuerliche Begünstigung für Altersvorsorgebeiträge bei der kirchlich-caritativen Einrichtung nach § 3 Nr. 63 EStG kann in diesem Fall nicht in Anspruch genommen werden. Dies gilt auch dann, wenn bei dem privaten Arbeitgeber kein Anspruch auf Betriebsrente besteht. Der Grund hierfür ist, dass es sich bei der kirchlich-caritativen Einrichtung um das zweite Beschäftigungsverhältnis handelt.

Die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung aus dem zweiten Beschäftigungsverhältnis neben einer Hauptbeschäftigung sind entweder individuell (Steuerklasse VI) oder bei einer geringfügigen Beschäftigung nach § 40 a Abs. 2 EStG mit 2 Prozent pauschal zu versteuern. Da in beiden Fällen die Beiträge zusammen mit dem Entgelt versteuert werden, ist der Beitrag zur Zusatzversorgung zum Entgelt zu addieren (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG).

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