KZVK Geschäftsbericht 2020
Weltweit stärkster Konjunk- tureinbruch seit Jahrzehnten Umfangreiche Hilfsprogram- me zur Reduzierung des wirt- schaftlichen Schadens Ökonomisch stellten die Corona-Pandemie und die auf ihre Eindämmung zielenden politischen Maß - nahmen die Weltwirtschaft vor extreme Herausforderungen. Ungleich den Finanzkrisen der vergan - genen Jahre handelte es sich hierbei um ein externes Ereignis, das seine Ursache nicht in der Wirt - schaft selbst hatte. Zurückzuführen ist der weltweit stärkste Konjunktureinbruch seit Jahrzehnten auf Rückgänge sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite. Als wirtschaftlich nachteilig wirkten sich vor allem die in vielen Staaten in Reaktion auf die Pandemie verordneten mehrfachen Lockdowns und Reisebeschränkungen aus, die vor allem den serviceorientierten Dienstleistungssektor stark beschränkten. Durch die Lockdowns wurden weltweite Produktionsketten unterbrochen. Dies führte zu Einschränkungen bei der Produktion und damit dem Angebot wirtschaftlicher Güter. Ebenso beeinträchtigten Geschäftsschließungen und Kurzarbeit die Nachfrage. Insgesamt wird für das Jahr 2020 ein Rückgang des weltweiten Bruttoinlandsprodukts um ca. 3,40 Prozent prognostiziert. Für den Euroraum wird ein Rückgang von ca. 6,80 Prozent, für Deutschland von ca. 5,30 Prozent, für Frankreich und Italien ein Einbruch von 8,20 bis 8,90 Prozent erwartet. Für die Vereinigten Staaten von Amerika wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von ca. 3,50 Prozent geschätzt. Nur die Volksrepublik China kann das Jahr 2020 voraussichtlich mit einem Wachstum von 2,30 Prozent abschließen. Um den wirtschaftlichen Schaden zu reduzieren, wurden von Staaten und Notenbanken umfangreiche Hilfsprogramme und Unterstützungsmaßnahmen initiiert. So verabschiedete die Europäische Union ein Hilfsprogramm in Höhe von 750 Mrd. €, das durch Hilfsprogramme in den Einzelstaaten ergänzt wurde. Bund und Länder unterstützen die deutsche Wirtschaft mit ca. 480 Mrd. € und Garantien in Höhe von insgesamt 826,5 Mrd. €. In den USA wurden allein im Dezember 2020 im Rahmen eines Gesetzespakets Corona-Hilfen in Höhe von 900 Mrd. US-Dollar verabschiedet. Die staatlichen Maßnahmen flankierend setzten die Notenbanken ihre Niedrigzinspolitik fort. Während die US-amerikanische Notenbank neben der Auflage umfangreicher Kreditprogramme die Zinsen im März in zwei Schritten um zunächst 0,5 Prozentpunkte und dann um einen weiteren Prozentpunkt Geschäftsbericht 2020 39 Lagebericht
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