KZVK Geschäftsbericht 2019
50 Geschäftsbericht 2019 Etablierung eines ALM-Modells Die KZVK hat einen Risikoausschuss eingerichtet, bestehend aus den Mitgliedern des Vorstands sowie Fach- und Führungskräften aus den Bereichen Controlling, Kapitalanlagenmanagement, Planung und Monitoring sowie Versicherungsbetrieb und Aktuariat. Dieser Ausschuss hält auf monatlicher Basis Sitzungen ab, in denen er auf Grundlage von Berichten der verschiedenen vertretenen Bereiche die Risiko situation der Kasse im Licht der aktuellen Markt- und Geschäftssituation beurteilt, über gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen diskutiert und deren Umsetzung veranlasst. Der Risikoausschuss bereitet die Risikoberichterstattung gegenüber dem Aufsichtsrat sowie der Verbandsaufsicht des VDD vor. Darüber hinaus initiiert der Risikoausschuss Entscheidungen zum Umgang mit wesentlichen Risiken. Im Bedarfsfall werden zusätzlich Ad-hoc-Berichte über die Risikolage zur Verfügung gestellt. Die KZVK ist in ihrem allgemeinen unternehmerischen Handeln und in der Durch- führung ihres spezifischen Versorgungsauftrags Risiken ausgesetzt. Diese Risiken wurden auch im Jahr 2019 im Rahmen von Risikoinventuren identifiziert und be- wertet. Die URCF hat sich etabliert und weiter in die schon bestehenden Prozesse integriert. Aufbauend auf der verabschiedeten Risikostrategie wurde im Berichts- jahr die Etablierung eines Asset-Liability-Management-Modells (ALM) weiter vorangetrieben. Die KZVK hat im Jahr 2019 erstmals stochastische Berechnungen für die Pflichtversicherung durchgeführt und anhand von 5.000 Szenarien die Validität der bereits durchgeführten deterministischen Projektionen untersucht. Die Berechnung und Berichterstattung relevanter Indikatoren (KPI) wurde eben- falls weiter ausgebaut. Bereits eingeführte Prozesse des Risikomanagements wurden im Berichtsjahr weiter konsolidiert und bilden die Basis für eine konsis- tente Risikosteuerung und eine einheitliche Risikokultur innerhalb der KZVK. Strategische Risiken Das primäre Unternehmensziel der jederzeitigen und dauerhaften Sicherstellung aller vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber den Versorgungs- berechtigten soll durch ein risikobewusstes Verhalten in allen Unternehmensbe- reichen erreicht werden. Für die KZVK existieren interne Richtlinien, die Geschäfte mit unkalkulierbarem Risikogehalt untersagen, bestandsgefährdende Risiken ver- meiden und negative Entwicklungen frühzeitig erkennen lassen. Der Verantwortliche Aktuar führt einmal jährlich eine Analyse der Finanzierungsgrundlagen und der finanziellen Lage der Kasse durch und prüft, ob die Leistungen dauerhaft erfüllt werden können. Strategische Risiken können sich aus geschäftspolitischen Ent- scheidungen ergeben. Dazu zählen auch Risiken, die dadurch entstehen, dass Geschäftsentscheidungen nicht einem geänderten Wirtschaftsumfeld angepasst werden. Darunter fällt das Risiko, dass sich Erwartungen an bestimmte Entwick- lungen nicht erfüllen und die in der (Unternehmens-)Strategie vorgesehenen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg haben. Ein strategisches Risiko tritt oft im Zusammenhang mit anderen Risiken auf. Zur Einschätzung der finanziellen Lage nutzt die KZVK unterschiedliche Bewertungs- methoden bei gleichzeitiger Betrachtung der Aktiv- und der Passivseite, unter anderem deterministische und stochastische Projektionsrechnungen. Aus dieser Betrachtung resultieren auch Maßnahmen zur Stärkung der dauerhaften Leis- tungskraft der KZVK, nicht zuletzt im Sinne der Erkenntnis zukünftiger Potenziale
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